Samstag, 18. November 2017, 14:48
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Mobile Kontroll- und Bezahl-Terminals im Einsatz bei der S-Bahn Berlin

Handkontrollterminal mit integriertem eTicket-Reader

Bei der Überprüfung von elektronischen Tickets und anderen modernen Arten von Fahrausweisen, wie Handy-Tickets und ausgedruckten Online-Tickets, nutzen die Mitarbeiter des Prüfdienstes in den Fahrzeugen der S-Bahn Berlin eine innovative Lösung der Firma Systemtechnik, die auf Casio Multifunktionsterminals installiert ist. Absolut neu dabei ist die Möglichkeit zur direkten und sicheren Zahlung per ec-Karte. Diese wird in ein per Bluetooth angebundenes PIN-Pad eingelesen und via UMTS Mobilfunk des Casio-Terminals online autorisiert. Die verbesserte Performance der neuen IT-9000 Hardware führte sofort zur Steigerung der kontrollierten Tickets um mehr als 35 Prozent. Die damit verbundene höhere Prüfdichte und Effizienz der Kontrollen lassen eine schnelle Amortisation der neuen Technik erwarten. Gleichzeitig wurde die Servicequalität gegenüber den Fahrgästen deutlich verbessert.

Die rot-gelben Züge der S-Bahn Berlin gehören zum Stadtbild wie das Brandenburger Tor und der Fernsehturm. Bis zu 1,3 Millionen Fahrgäste werden an Werktagen mit 15 Linien auf 330 Streckenkilometern befördert. Die S-Bahn Berlin GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der DB Regio AG, die wiederum zur der DB Mobility Logistics AG gehört, in der die Mobilitäts- und Logistikaktivitäten der Deutschen Bahn AG zusammengefasst sind.

Online-Zahlung mit girocard über das Secure PIN-Pad CCV fly

Online-Zahlung mit girocard über das Secure PIN-Pad CCV fly (Bild: Casio Europe)

Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 investiert die S-Bahn Berlin stetig in den Fahrzeugpark und die damit verbundene Technik. Zu diesem Bereich gehört heute auch die mobile Informationslogistik mit praktischen Handkontrollterminals, die den Mitarbeitern des Prüfdienstes eine sehr schnelle und sichere Kontrolle der Fahrtberechtigungen erlaubt. Damit wird die Zahl der „Schwarzfahrer“ spürbar reduziert, was letztlich die Einnahmen aus dem Beförderungsentgelt sichert und einen wirtschaftlichen Verkehrsbetrieb ermöglicht.

Bedarfsoptimiertes Handkontrollterminal

Bei der Entwicklung der neuen Multifunktionsterminals der Baureihe IT-9000 berücksichtigte Casio die stark gestiegenen Anforderungen des Marktes für eTicketing, Wünsche der S-Bahn Berlin und die vielfältigen Erfahrungen der Spezialisten von Systemtechnik.

Das Ergebnis: Ein robustes Handkontrollterminal, welches per RFID/NFC und 2D-Imager alle Arten von Fahrtberechtigungen blitzschnell liest und prüft. Darüber hinaus verfügt es über eine hochauflösende Digitalkamera, die zur Delikt- und Schadenserfassung genutzt werden kann. Eine Bluetooth-Kommunikation zu einem externen Kartenleser mit PIN-Pad und eine UMTS-Mobilfunkverbindung zur Kreditanstalt erlaubt die direkte Transaktion bei der Online-Zahlung per ec-Karte.

Schnelle und sichere Ticketkontrolle

Seit Ende 2013 benutzen die Mitarbeiter des Prüfdienstes in den Zügen der S-Bahn Berlin die neuen Handkontrollterminals. Uwe Streithoff, Bereichsleiter Verkehrsservice des externen Dienstleisters Wisag, gibt gerne die positiven Rückmeldungen seiner Mitarbeiter weiter: „Der Kontrollvorgang, beginnend mit dem Lesen der unterschiedlichen Ticketarten, der Gültigkeitsprüfung und der Abgleich gegen eventuelle Schwarzlisten geht heute sehr viel schneller. Er wird in Zukunft noch weiter beschleunigt, denn der Anteil an elektronischen Tickets nimmt rapide zu. Unsere Mitarbeiter arbeiten gerne mit den leichten Geräten und freuen sich, dass keine Schutztaschen oder Tragevorrichtungen erforderlich sind. Auch der gute Spritzwasserschutz der Terminals – speziell des Belegdruckers – wird begrüßt, da die Prüfer beim häufigen Wechseln der zu kontrollierenden Züge oft dem Regen nicht ausweichen können.“

Zu den neuen Handkontrollterminals gehören auch mobile Kartenlesegeräte, sogenannte PIN-Pads des Typs CCV fly. Diese handlichen Zusatzgeräte ermöglichen bei Bedarf, z.B. Erhebung eines EBE, die direkte Begleichung der derzeit fälligen 40 Euro per girocard durch eine sichere Online-Autorisierung. Das praktische Verfahren ersetzt die bisher genutzte Offline-Variante, das Lastschriftverfahren, welches aufgrund unsicherer Zahlungsverfügbarkeit ungern von Verkehrsunternehmen eingesetzt wird. Das neue PIN-Pad fly ist ein DK (Deutsche Kreditwirtschaft / ehemals ZKA) zugelassenes Zahlungsverkehrsterminal für sichere Zahlungen mit allen gängigen Debit- und Kreditkarten (Chip / Magnetstreifen). Es akzeptiert zudem girogo und girocard Transaktionen, deren Autorisierungsgebühren für den Betreiber wesentlich günstiger ausfallen als bei Kreditkarten.

Weltweit erstmalig: EBE mit girocard zahlen

Kabelloses Kartenlesegerät mit PIN-Pad

Kabelloses Kartenlesegerät mit PIN-Pad (Bild: Casio Europe)

Die S-Bahn Berlin ist weltweit der erste Anwender im Bereich der Verkehrsunternehmen, der ein Handkontrollgerät in Verbindung mit dem neuen PIN-Pad CCV fly für mobile Online-Zahlungen mit ec-Karten nutzt. Gerd-Peter Willbrandt, Leiter Vertriebsmanagement bei der S-Bahn Berlin, weist auf die Vorteile für seine Kunden hin: „Die Kombination aus dem neuen Casio Terminal und dem PIN-Pad ist äußerst praktisch. Da das neue Handkontrollgerät alle Ticketarten sehr schnell prüft, dauert die Störung des Fahrgastes durch den Prüfer nur wenige Sekunden. Für den Fall, dass ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu erheben ist, bieten wir dem Kunden mit der Online-Zahlungsmöglichkeit per girocard einen Service, der ihm viel Zeit spart.“

Bisher mussten die Daten von Personen, die ohne gültigen Fahrschein angetroffen wurden und zum Zeitpunkt der Kontrolle keine Barzahlung leisten konnten, im Handterminal erfasst und später zur Abwicklung der Zahlungsmodalitäten weiter nachverfolgt werden: Ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Für den Kunden bedeutet eine spätere Zahlung – abgesehen von der unangenehmen Erinnerung – auch einen gewissen Aufwand, da er entweder die relevanten Vorgangsdaten auf einen Überweisungsträger seiner Bank übertragen oder den Betrag in bar in einem der S-Bahn Kundencenter einzahlen muss: In jedem Falle lästig!

Gerd-Peter Willbrandt: „So, wie wir seit etwa drei Jahren eine stark zunehmende Anzahl an elektronischen Tickets registrieren, nehmen allgemein auch Zahlungen per girocard zu. Dass wir uns diesem Trend öffnen und nun auch diesen praktischen Zahlungskomfort bieten, dürfen die Fahrgäste von uns als serviceorientiertem Unternehmen erwarten.“

Die Online-Zahlung im Detail

Das PIN-Pad kommt u.a. dann zum Einsatz, wenn ein EBE erhoben wird. Zunächst werden die Daten des Fahrgastes ohne gültigen Fahrausweis im Handkontrollterminal erfasst. Nun kann der Kunde anstelle der vorgeschlagenen Barzahlung die bargeldlose Zahlung per Kredit- oder Debitcard wählen. Im Falle des EBE sind 40 Euro zu zahlen. Der Zahlungsprozess startet mit dem Verbindungsaufbau zum PIN-Pad via Bluetooth. Dabei wird der Betrag der Forderung übermittelt und angezeigt. Der Kunde steckt bei diesem Beispiel seine girocard mit Chip in den Schlitz des PIN-Pads, welches daraufhin über das Casio Terminal eine UMTS- oder GPRS-Verbindung zu einem Netzbetreiber für Zahlungsverkehrsterminals und zur Akzeptanzstelle für Kredit- und Debit-Karten aufnimmt. Diese prüft die Gültigkeit der Karte und fordert schließlich zur Bestätigung des Zahlungsbetrags und zur Eingabe der PIN auf. Ist alles in Ordnung, wird der Betrag gebucht und der bargeldlose Zahlungsprozess abgeschlossen.

Im Casio Terminal wird der Vorgang mit Transaktionsnummer, Terminalnummer und Betrag gespeichert und der integrierte Belegdrucker aktiviert. Der Prüfer händigt dem Fahrgast den gedruckten Online-Zahlungsbeleg aus und kann sich dem nächsten Fahrgast zuwenden. Für den Kunden und für die S-Bahn Berlin ist der Vorgang nun abgeschlossen und erfordert keinerlei weitere Aufmerksamkeit oder Nachbearbeitung.

Weitere Einsatzbereiche in Sicht

Dokumentation von Verschmutzungen und Beschädigungen

Dokumentation von Verschmutzungen und Beschädigungen (Bild: Casio Europe)

Das Multifunktionsterminal von Casio bietet noch einige Features, die derzeit nur gelegentlich genutzt werden. Beispielsweise die SMS-Funktionalität, die es erlaubt Nachrichten zwischen Prüfer und der Einsatzzentrale auszutauschen. Auch das integrierte GPS-Modul lässt sich sinnvoll nutzen, um im Notfall die Positionsdaten zur Ortung eines Mitarbeiters zu senden.

Eine bei Unternehmen des ÖPNV häufig genutzte Anwendung ist die Delikt- und Schadenserfassung. Bisher erfolgt die Erfassung von Verschmutzungen, Beschädigungen, Mängeln und ggfs. von Delikten und deren Verursachern durch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes handschriftlich auf Formularen und wird später manuell in das EDV-System übertragen.

Derzeit wird bei der S-Bahn Berlin geprüft, auch diese Datenerfassung mit Hilfe der Handkontrollterminals zu unterstützen. Die integrierte Digitalkamera mit Blitzlicht kann gestochen scharfe, aussagekräftige Bilder fotografieren, die bei Bedarf sofort per UMTS an die zentrale Einsatzleitung übertragen werden können.

usgezeichnetes Multifunktionsterminal für Verkehrsbetriebe

usgezeichnetes Multifunktionsterminal für Verkehrsbetriebe (Bild: Casio Europe)

Die Einführung der neuen Handkontrollterminals von Casio erfolgte nach einer zweitägigen Schulung der Prüfdienstmitarbeiter mit Unterstützung der Firma Systemtechnik in Berlin. Die Standardprozesse des Kontrollierens, der Datenerfassung und der Belegerstellung haben sich nicht wesentlich gegenüber der vorherigen Gerätegeneration geändert. Neu hinzugekommen ist die Zahlungstransaktion mit dem PIN-Pad, die durch gute Benutzerführung einfach zu handhaben ist. Neu ist auch die kompaktere Bauform des Handkontrollterminals, die zusammen mit der wesentlich höheren Performance des Casio IT-9000 für sehr viel flüssigere Prozesse sorgt.

Helmut Jaskolka: „Die Eieruhr kommt auf dem Display nicht mehr zum Einsatz. Kaum hat der NFC-Reader ein eTicket erfasst, ist die Prüfung auch schon erledigt und das Display zeigt das grüne Häkchen für ok, das Ticket ist gültig.“ Gerd-Peter Willbrandt bestätigt gerne die Leistungssteigerung: „Heute kontrolliert jeder Prüfer in den Zügen durchschnittlich 560 Fahrgäste am Tag. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei etwa 410. Die Steigerung von mehr als 35 Prozent hängt mit dem wachsenden Anteil elektronischer Tickets (heute ca. 20 Prozent) zusammen, die von den neuen Handkontrollgeräten verzögerungsfrei geprüft werden.“

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